🎯 Ziel dieses Abschnitts
Das Modul Kostenverfolgung bildet die Grundlage für die wirtschaftliche Steuerung von Bauprojekten.
Hier werden alle Kosten nach DIN 276 oder optional nach dem Standardleistungsbuch (STLB) strukturiert, geplant und fortgeschrieben.
Das Modul ermöglicht eine transparente Darstellung der Entwicklung von der Kostenschätzung über die Kostenberechnung bis zur Kostenverfolgung (LPH 6).
Grundstruktur
Die Kostenverfolgung ist hierarchisch nach den Kostengruppen der DIN 276 aufgebaut.
Standardmäßig ist die 100er-Struktur (erste Ebene) im Template enthalten.
- Ebene – Beispiel – Beschreibung
- 100er-Ebene – 300 Baukonstruktion – Hauptkostengruppen
- 10er-Ebene – 310 Baugrube – Detaillierung nach Teilbereichen
- 1er-Ebene – 312 Bodenverbesserung – Feinere Untergliederung einzelner Leistungen
💡 Hinweis:
Die 100er-Kostengruppen sind im Template vordefiniert und bilden den Ausgangspunkt der Kostenplanung.
Bei Bedarf kann die Struktur in die 10er- und 1er-Ebene erweitert werden, um eine detailliertere Kostenverfolgung zu ermöglichen.
Ebenenaufbau und Bedienung
Neue Kostengruppen können direkt in der Liste angelegt werden:
- Über
+→ neuen Datensatz auf gleicher Ebene - Über
Unteraufgabe→ eine Ebene tiefer anlegen - In der Spalte
KGr Auswahlwird die gewünschte Kostengruppe (nach DIN 276) ausgewählt - Mit Klick auf
➡️ Titel übernehmenwird der offizielle Name aus der Kostengruppe in die Titelspalte übernommen
💡 Titel können auch individuell überschrieben werden, z. B. bei Sondermaßnahmen oder internen Bezeichnungen.
Leistungsphasen-Spalten
Jede Leistungsphase (LPH) wird in der Kostenverfolgung als eigene Spalte geführt.
Die Werte werden pro Phase fortgeschrieben.
- Spalte – Bedeutung
- LPH 1 – Kostenrahmen – erste Grobkalkulation
- LPH 2 – Kostenschätzung – genauere Aufteilung auf 100er-Gruppen
- LPH 3 – Kostenberechnung – detaillierte Berechnung (10er/1er-Ebene)
- LPH 6 – Kostenverfolgung – laufende Fortschreibung während der Ausführung
💡 Anders als in früheren Versionen werden keine neuen Ordner pro LPH angelegt –
stattdessen werden die Werte über die Spalten LPH 1, 2, 3, 6 fortgeschrieben.
Werteübernahme zwischen Leistungsphasen
Statt neue Phasen zu kopieren, können Werte über den Spaltenkopf übertragen werden.
So funktioniert’s:
- 1️⃣ In der Spalte der Ausgangsphase (z. B. LPH 3 – Kostenberechnung) auf den Spaltenkopf rechtsklicken
- 2️⃣ Menü
Werte kopieren nachwählen - 3️⃣ Zielspalte auswählen (z. B. LPH 6 – Kostenverfolgung)
- 4️⃣ smenso überträgt alle Werte der untersten Ebene automatisch in die neue Spalte
- 5️⃣ Summen der übergeordneten Ebenen werden automatisch berechnet
⚠️ Wichtig:
- Eingaben sind nur auf der untersten Ebene (z. B. 1er-Kostengruppe) erlaubt
- Übergeordnete Summen entstehen automatisch durch Aggregation
💡 Tipp:
Diese Funktion ist ideal, um Kostenfortschreibungen von einer Leistungsphase in die nächste effizient zu übernehmen.
Aktuelle Phase setzen
Über einen rechtsklick auf der entsprechenden Spalte der Phase kann über Spalte markieren die aktuelle Leistungsphase markiert werden. Die markierte Spalte wird mit der Farbe grün gekennzeichnet.
Die Auswahl der aktuellen LPH hat Auswirkung, welche Werte im Portfolio angezeigt werden.
Beispiel einer Kostenhierarchie
- Kostengruppe – LPH 1 (Rahmen) – LPH 3 (Berechnung) – LPH 6 (Verfolgung)
- 300 Baukonstruktion – 600.000 € – 630.000 € – 628.000 €
- 310 Baugrube – 80.000 € – 83.000 € – 83.000 €
- 312 Bodenverbesserung – 15.000 € – 18.000 € – 18.500 €
- 320 Rohbau – 250.000 € – 255.000 € – 257.000 €
💡 Werte auf tieferer Ebene überschreiben automatisch die Summen darüber.
Verbindung zur Auftrags- und Kostenprognose
- Die Werte aus der aktuellsten LPH-Spalte (z. B. LPH 6) werden automatisch in die Prognose übernommen.
- Sobald ein Auftrag angelegt und mit einer Kostengruppe (100er) verknüpft ist, wird die Auftragssumme von der Planungsposition abgezogen.
- Die Differenz erscheint als „noch zu verteilender Betrag“ in der Prognoseansicht.
💡 Das Zusammenspiel aus Kostenplanung und Prognose ermöglicht eine dynamische Mittelverteilung auf Quartalsbasis.
Kombination mit STLB
Alternativ oder ergänzend können Positionen aus dem Standardleistungsbuch (STLB) verwendet werden.
Diese Detaillierung ist hilfreich bei Leistungsvergleichen oder spezifischen Ausschreibungen.
Beispiel:
Kostengruppe 330 – Außenwände
- STLB-Position: 330.112 Verblendmauerwerk zweischalig, 240 mm
- Einheitspreis: 145 €/m²
- Menge: 220 m² → Kosten: 31.900 €
Filter, Ansichten und Auswertungen
Filter
- Nach Kostengruppe, Leistungsphase oder Budgetstatus
- z. B.: „Zeige alle Kostengruppen mit Budgetüberschreitung > 10 %“
Ansichten
- Eigene Darstellungen können gespeichert werden (z. B. „Kostenberechnung LP3“, „Kostenverfolgung LP6“)
Summen und Formeln
- smenso berechnet alle Summen automatisch
- Prozentuale Abweichungen oder Restbudgets können per Formel-Flavors ergänzt werden
Best Practices
- In LPH 1 grob planen, ab LPH 3 detaillieren
- Hierarchien nutzen (100 / 10 / 1) für Übersichtlichkeit
- „Werte kopieren nach“ verwenden statt manuelle Neuberechnung
- Kostengruppen konsistent benennen (nach DIN 276)
- Aktuelle LPH-Spalte prüfen, bevor Prognose oder Berichte erstellt werden
🔗 Verknüpfte Themen
- Kapitel 6 – Termine & Zeitplan
- Kapitel 8 – Aufträge
- Kapitel 9 – Prognose & Mittelabflussplanung
- Kapitel 13 – Statusberichte
💡 Praxis-Hinweis:
Die Kostenverfolgung ist die Grundlage aller finanziellen Auswertungen in smenso.
Nur durch konsequente Pflege und korrekte Zuordnung der Kostengruppen können Budget, Prognose und Mittelabfluss präzise dargestellt werden.
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